Freiwillige Feuerwehr Schlierbach 1934 e.V.

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Schlierbach

 

Schon seit Anfang der zwanziger Jahre gab es in Schlierbach eine Feuerwehr. Diese war eine Pflichtfeuerwehr, da zur damaligen Zeit alle Gemeinden verpflichtet waren den Brandschutz in Ihren Dörfern zu gewährleisten. Fehlte es an Freiwilligen, mussten die Gemeinden eine Pflichtfeuerwehr unterhalten.

Im Jahre 1934 wurde diese Pflichtfeuerwehr aufgelöst, und die Freiwillige Feuerwehr Schlierbach ins Leben gerufen.

Auf der Mitgliederversammlung am 21.02.1934 wurde die Vereinssatzung verlesen und anschließend einstimmig genehmigt. Weiterhin wurde der Führerrat ernannt. Dieser bestand aus 6 Kameraden.

Da die bis dahin eingesetzte Handdruckspritze den Anforderungen der Wehr nicht mehr entsprach, entschied man sich noch im Gründungsjahr eine neue Motorspritze anzuschaffen.

Es sollte die Leistungsstärkste Tragkraftspritze gekauft werden. Es wurden alle in frage kommenden Spritzen einem Leistungstest unterzogen. Hierbei galt es das Wasser aus der

7-8 m tieferliegenden Schwalm anzusaugen, um es dann mit möglichst großem Druck den Hang des „Sensenberges“ Hochzufördern. Das beste Ergebnis erzielte eine 600 l Tragkraftspritze der Firma Koebe-Luckenwalde. Diese dann mit Anhänger gekaufte Maschine war die erste überhaupt im südlichen Kreis Fritzlar-Homberg. Sie stellte eine wesentliche Verbesserung des Brandschutzes für die Umgebung dar.

Während des 2.Weltkrieges war die Ausbildung mehr militärisch als feuerwehrtechnisch.

Dies lag daran das während des 3.Reiches alle Feuerwehren der SS unterstellt waren.

Bei einem Brand im Sommer 1945 hatte der Rückgang des Ausbildungsstandes beinahe verheerende folgen gehabt. Nach dem die Tragkraftspritze in Stellung gebracht war, musste man mit Schrecken feststellen das niemand in der Lage war die Maschine zu bedienen.

Es wurde der durch eine heimtückische Krankheit gehbehinderte August Raßner herbeigetragen. Als erfahrener Motorenspezialist schaffte er es die Pumpe in Gang zu bringen. Somit wurde eine Katastrophe verhindert.

Am 11.12.1951 brannte die Scheune des Landwirtes Heinrich Priester bis auf die Grundmauern nieder. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 35 000 DM. Die durch starken Frost erschwerten Aufräumarbeiten dauerten mehrere Tage.

Im Jahre 1954 wurde das Gerätehaus feierlich eingeweiht. Es wurde an den schon bestehenden Schlauchtrockenturm angebaut. Man war somit in der glücklichen Lage, ein modernes Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm zu besitzen.

Im September 1955 wurde die Dorfbevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Es brannte die Scheune des Landwirtes Ernst Stecher. Als Brandursache wurde Selbstendzündung von Heu amtlich festgestellt.

In den Jahren von 1965 bis zum ende der 80ziger Jahre veranstaltete die Feuerwehr jährlich eine Kirmes. Anfangs in der Feldscheune von Landwirt Heinrich Priester, später im Zelt auf verschiedenen Wiesen, danach im Bürgerhaus „Alte Schule“.

Nachdem der Zahn der Zeit an dem Geräte nagte, war das mittlerweile über 30 Jahre alte Gerät nur noch bedingt einsatzfähig. Die Gemeinde Schlierbach beschaffte im Jahre 1970 eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 der Firma Magirus. Kurze Zeit später wurde ein gebrauchter Anhänger gekauft.  

Am 08.09.1970 brannte das Stall- und Wirtschaftsgebäude des Landwirtes Ernst Flach bis auf die Grundmauern nieder. Das Feuer welches durch Blitzeinschlag ausgelöst wurde, verursachte einen Sachschaden in Höhe von ca. 150 000 DM. Die Dorfbevölkerung nahm während den Löscharbeiten, aber auch in den Tagen danach, großen Anteil an den Lösch- und Aufräumarbeiten.

Seit 01.01.1972 ist Schlierbach im Zuge der Verwaltung- und Gebietsreform ein Ortsteil der neugebildeten Gemeinde Neuental.

Für die Feuerwehren der 8 Ortsteile bedeutete das eine totale Umstellung.

Zu dem bisher größten Löscheinsatz in der Geschichte unserer Wehr, ist der Waldbrand an der Landsburg zu erwähnen. Die Ursache des Brandes waren die blockierten Räder eines Waggons, der  in einem Güterzug  mitfuhr und am Samstag den 17.Juli 1976 eine etwa 20 km lange brennende Spur hinter sich gelassen hat.

Für die Wehren zwischen Neuental-Zimmersrode und Schwalmstadt-Wiera wurde Großalarm ausgelöst. Im Einsatz waren 20 Feuerwehren mit 30 Fahrzeugen und über

300 Feuerwehrmännern.

Am 01.Oktober des gleichen Jahres erhielt unsere Wehr das langersehnte Feuerwehrauto.

Da das neue Auto nicht in die Garagen des Gerätehauses an der Schwalm passte, zog man einige Zeit später in die Garagen des inzwischen abgerissenen Hofes Biedebach ein.

Im Jahre 1984 wurden die Garagen umgebaut. Es wurden Umkleideräume, eine Toilette und ein Aufenthaltsraum eingerichtet. Weiterhin wurde eine Fahrzeughalle angebaut.

Vom 7.-9 Juli 1984 wurde das 50-jährige Jubiläum auf der Wiese neben der ehem. Feldscheune Priester an der Bahnhofstraße gefeiert.

In den folgenden Jahren wurde unsere Wehr zu mehreren kleinen Bränden und technischen Hilfeleistungen alarmiert.

Am 05.09.1993 wurde unsere Wehr zu einem Scheunenbrand des Landwirtes Otto Priester alarmiert. Aus dem benachbarten Haus musste eine Menschenrettung vorgenommen werden.

Diesen Einsatz bewältigte man zusammen mit den Kameraden aus Zimmersrode, Waltersbrück und Bischhausen.

Seit dem Ausbau der A 49 bis Bischhausen, ist die Landstrasse nach Waltersbrück eine viel befahrene Straße geworden. Hier ereigneten sich, bis zum Ausbau der Straße, immer wieder Unfälle zu denen unsere Wehr ausrücken musste. Seit dem Ausbau der Straße ist auch hier die Einsatzhäufigkeit zurückgegangen.

Am 30.05.1999 wurde unser Dorf nach starkem Regen von einer Wasser- und Schlammwelle heimgesucht. Nach dem das Wasser abgeflossen war, galt es Keller Leerzupumpen, Straßen zu reinigen und Unrat zu entfernen. Hierbei waren viele Schlierbacher zugange, da man das Dorf wieder herrichten wollte für die an diesem Abend beginnende Kirmes.

Am 26.06 1999 erhielten wir von der Feuerwehr Zimmersrode das alte LF 8 zur Übergangslösung, da unser TSF den TÜV nicht bestanden hat. Seit dem 14.12.2001 sind wir im Besitz eines neuen TSF.

Auf einer so genannten „Gründungsversammlung“, am 08.05.2004, wurde über die Eintragung in das Vereinsregister informiert. Auf dieser Versammlung wurde dann auch beschlossen, den Verein in das Vereinsregister anzumelden. Am 09.06.2004 wurde der Verein „Freiwillige Feuerwehr Schlierbach 1934“ in das Vereinsregister eingetragen. Er führt ab diesem Datum den Zusatz „e.V.“ im Namen.

Am 05.01.2008 wurde auf der Jahreshauptversammlung der Beschluss gefasst, die eingangs erwähnte TS und den dazugehörigen TSA ins Deutsche Feuerwehrmuseum nach Fulda zu geben.  Diese wurde am 26.02.2008 nach Fulda überführt.

Am 08.05.2008 wurde unsere Feuerwehr zur Feuerwehr des Monats Mai 2008 in Hessen berufen.

Diese Berufung war uns zugedacht, weil wir es geschafft hatten, unsere Feuerwehr wieder als Feuerwehr und nicht mehr als Feierwehr in der Öffentlichkeit darzustellen.

Am 04.06.2009 feierte man das 75-jährige bestehen der Feuerwehr Schlierbach. Weiterhin wurde das 30-jährige bestehen der Jugendfeuerwehr gefeiert.

In einem Festzelt am Parkplatz des BGH wurde ein Kommerzabend mit anschließendem gemütlichem zusammen sein durchgeführt.

Diesem gingen die Pokalwettkämpfe der Feuerwehren Neuentals voraus, und eine Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Friedhof.

Von März bis Mai 2010 war in der Gemeinde ein Feuerteufel unterwegs. Dieser zündetet mehrerer Feuer im Bereich von Wäldern an.

Aber zum Glück blieb hier größerer Schaden aus.

Am 13.02.2010 wurde mit den Ausräumarbeiten  für den Um- und Anbau des Gerätehauses begonnen. Am 05.08.2011 wurden diese beendet.

Am 06.08.2011 wurde das neue Gerätehaus offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Am 28.02.2014 erhielt die Wehr ihr erstes Wasserführendes Fahrzeug. Hierbei handelt es sich um ein LF 10 mit Ziegler Aufbau und einem geländegängigem Mercedes „Ateco“ Fahrgestell.

Das Fahrzeug wurde im Rahmen einer Beschaffungsaktion für den Katastrophen Schutz des Landes Hessen beschafft.

Weiterhin beteiligt sich die Feuerwehr an der jährlichen Sammlung für die Deutschen Kriegsgräber.

Um das Vereinsleben und die Öffentlichkeitsarbeit aber auch nicht zu kurz kommen zu lassen, veranstaltet man Tagesfahrten, Vereinsgrillen, das Osterfeuer oder die Brooklyn Party.

  

 


powered by Beepworld